Irische Wissenschaftler:innen in Deutschland
Angesichts des Ansehens, welches sowohl Irland als auch Deutschland für herausragende Leistungen in den Bereichen wissenschaftliche Forschung und Innovation genießt, sollte es nicht überraschen, dass eine Reihe irischer Wissenschaftler:innen überall in Deutschland faszinierende Forschungsarbeiten betreiben.
Erfahren Sie im Folgenden mehr über sieben irische Wissenschaftler:innen, die in Deutschland in verschiedenen Bereichen tätig sind, von Meeresschutz bis hin zur Produktion von grünem Wasserstoff.
Professor Eileen Furlong
Frau Professorin Eileen Furlong ist Leiterin der Abteilung für Genombiologie am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) mit Sitz in der südwestdeutschen Stadt Heidelberg. Das EMBL ist Europas führendes zwischenstaatliches Forschungsinstitut für Biowissenschaften, und Prof. Furlong ist seit 2002 mit dieser Organisation verbunden.
Prof. Furlongs Fachgebiet sind die Biowissenschaften, wobei ihre Forschung an der Schnittstelle zwischen den Bereichen Chromatinbiologie/Genregulation und Entwicklungsbiologie angesiedelt ist.
Sie untersucht, wie Gene reguliert werden, um alle verschiedenen Zelltypen in unserem Körper hervorzubringen, und wie dies fehlschlagen und zu Krankheiten führen können. Seit über zwei Jahrzehnten erforscht sie, wie Elemente unserer DNA unter normalen Umständen funktionieren und wie Stress und Sequenzunterschiede wie Mutationen ihre Funktion beeinflussen können.
Dr Michelle Browne
Dr. Michelle Browne kam durch den Erhalt des Helmholtz-Stipendiums für Nachwissenschaftler nach Deutschland, um 2022 ihre eigene Forschungsgruppe in Berlin aufzubauen. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Erforschung neuer Materialien zur Herstellung von grünem Wasserstoff durch Wasserelektrolyse, und sie beschreibt die deutsche Hauptstadt als „Brutstätte für die Forschung im Bereich grüner Wasserstoff“.
Dr. Brownes Forschung ist von besonderer Relevanz, und sie sieht das Potenzial von grünem Wasserstoff als Schlüssel zur drastischen Verringerung der weltweiten Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Sie erklärte, dass grüner Wasserstoff ein vielseitiger Brennstoff ist, der im Verkehrssektor als Kraftstoff für Fahrzeuge (selbst für den Fernverkehr) verwendet werden kann und auch in der Stahlindustrie anstelle von Kohle zur Reduzierung von Eisenerz eingesetzt werden kann.
Patrick Doherty
Siemens ist vielleicht eines der bekanntesten deutschen Unternehmen in Irland, doch der Ire Patrick Doherty ist in Bayern als Vertriebsleiter für die Region EMEA West bei Siemens Healthineers tätig.
Die Siemens Healthineers AG ist eines der weltweit größten Medizintechnikunternehmen, und Doherty unterstützt das Unternehmen mit seiner Arbeit dabei, bahnbrechende Innovationen im Gesundheitswesen zu erzielen. Ursprünglich war er für drei Jahre nach Deutschland entsandt worden, ist aber auch nach über acht Jahren noch hier ansässig.
Dr Aileen Grassman
Dr. Aileen Grassman ist seit über dreißig Jahren in der Medizinproduktebranche tätig. Sie zog nach Deutschland, als ihr ein Doktorandenstipendium des Max-Planck-Instituts angeboten wurde, gefolgt von einem Postdoktorandenstipendium.
Obwohl ihre formale wissenschaftliche Ausbildung in der Physik lag, insbesondere in der interplanetaren Weltraumphysikforschung, führten berufliche Möglichkeiten und ihr starkes Interesse an der Erforschung praktischer Anwendungen wissenschaftlicher Erkenntnisse dazu, dass Dr. Grassman Fachwissen im medizinischen Wissenschaftssektor erwarb.
Sie hat sich auf die Wissenschaft konzentriert, die für die Forschung, Entwicklung und Nutzen-Risiko-Bewertung von medizintechnischen Geräten zur Behandlung von Patienten mit Nierenversagen im Endstadium relevant ist. Heute ist sie Direktorin für chronische Nierenersatztherapien bei Fresenius Medical Care in Bad Homburg, Hessen.
Dr Claire Murray
Dr. Claire Murray ist freiberufliche Wissenschaftlerin mit Sitz in Berlin und arbeitet in den Bereichen Chemie, Bürgerwissenschaft und Wissenschaftskommunikation.
Dr. Murray engagiert sich leidenschaftlich dafür, gerechte Möglichkeiten für Menschen zu schaffen, sich über Wissenschaft zu informieren, sich damit auseinanderzusetzen oder daran teilzunehmen.
Sie erklärte uns, wie die Eröffnung des Zugangs zur Wissenschaft Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund die Möglichkeit gibt, die Schönheit der Wissenschaft zu genießen, neue Ideen kennenzulernen und Wissen zu entwickeln, um sich kritisch mit Medien und Politik auseinanderzusetzen – etwas, das in der heutigen Gesellschaft immer wichtiger wird.
Dr Eilis Carroll
Dr. Eilis Carroll hat einen Bachelor of Science in Biochemie mit Zellbiologie und einen Doktortitel in Lebenswissenschaften und war als Leiterin der Abteilung für Agrarfragen an der Botschaft von Irland in Berlin tätig. In dieser Funktion nutzte sie ihre wissenschaftliche Ausbildung und Denkweise, um Entwicklungen in der Landwirtschaft, im Handel und in der Politik zu verstehen.
Dr. Carroll sprach über die engen Beziehungen zwischen Irland und Deutschland und darüber, wie ihre Arbeit bei der Botschaft darin bestand, mehr Möglichkeiten für die Zusammenarbeit unserer Länder auf allen Ebenen der Wissenschaft und Technologie zu identifizieren – sei es auf offizieller, akademischer oder industrieller Ebene.
Isabelle Delamer
Isabelle Delamer hat einen Abschluss in Umweltwissenschaften vom Trinity College Dublin und einen Master in Global Change: Ecosystem Science and Policy von der UCD. Sie kam 2023 nach Berlin, um ein Praktikum beim Blue Action Fund zu absolvieren und hat seitdem die Position der Programmassistentin in der Organisation übernommen.
Blue Action Fund ist eine Stiftung, die NGOs bei ihren Bemühungen zum Schutz der Ozeane und Küsten in Entwicklungsländern unterstützt.
Ihr Praktikum konzentrierte sich auf den Schutz der Meere und die Bekämpfung der Bedrohung, die durch den zunehmenden Druck des Menschen und den Klimawandel für die Weltmeere und Küstengebiete entsteht.
Während unseres Gesprächs betonte Isabelle die Bedeutung des Meeresschutzes, da das Leben auf der Erde von einem gesunden Ozean abhängt.
Sie betonte die Notwendigkeit weiterer Finanzmittel für das Nachhaltigkeitsziel (SDG) 14, welches auf den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Ozeane abzielt. Dieses SDG erhält derzeit von allen SDGs die geringsten langfristigen Finanzmittel.
Irlands Außenministerium unterstützt über Irish Aid die Arbeit des Blue Action Fund zur Unterstützung von Meeresschutzgebieten und Küstengewässern in Afrika, Lateinamerika und Asien.